POTENTIELLES PECH


Potentielles Pech I. Erdpech, Pet, Klebeband, Holz. 215 x 15 x 15 cm, 2014
Potentielles Pech II. Erdpech, Verpackungsplastik. 60 x 32 x 21 cm, 2014


An einen Wettbewerb, bei dem es um eine Auswahl geht, darum zu gewinnen oder zu verlieren,
kann man sein Pech ja auch schon selber mitbringen.
Die zwei Arbeiten Potentielles Pech I und Potentielles Pech II. entstanden anlässlich der Einladung
zur 2.Runde der Werkbeiträge von Stadt und Kanton Luzern. Ausgangs- und Arbeitsmaterial
für die Objekte bildete Bitumen, das zu Deutsch den doch denkwürdigen Namen "Erdpech" trägt.
Bei den Recherchen zur Arbeit stiess ich auf das am längsten andauernde Laborexperiment der Welt,
das Pechtropfenexperiment. Ein Physiker der University of Queensland wollte in den 1920er Jahren
beweisen, dass Pech ein superviskoser Stoff ist, welcher bei Zimmertemperatur nie fest wird.
Dafür hat er den Stoff in eine Trichterkonstruktion gefüllt und seither wird gezählt, wie oft ein Tropfen
fällt. Das ist etwa alle 10 Jahre der Fall. Leider hat man das Fallen des Tropfens bis ins Jahr 2014 nie
beobachten können, weil die Physiker es immer verpassten. In den 90er Jahren wurde eine Kamera
aufgestellt, die aber just in dem Moment, im Jahr 2000, als der 8. Tropfen fiel, ausstieg.